Hundefütterung mit System
Warum Hundefütterung mehr ist als ein Blick aufs Etikett
Schon während meiner Ausbildung zur Tierheilpraktikerin wurde mir klar: Ernährung ist ein richtig komplexes Thema.
Es reicht nicht, nur auf den Proteingehalt zu achten oder auf „ohne tierische Nebenerzeugnisse“ zu setzen. Klingt logisch, ist aber längst nicht alles. Ich wollte verstehen, was wirklich zählt – nicht nur auf dem Etikett, sondern was tatsächlich im Napf landet.
Denn leider ist es so: Nicht alles, was auf der Dose steht, ist auch immer die Wahrheit. Und genau das habe ich erlebt: Das supertolle Futter, das mir überall empfohlen wurde, hat Finja einfach nicht vertragen.
Sie fraß über längere Zeit große Mengen Kot und Gras. Ein bisschen Probieren ist normal bei Welpen. Aber in diesem Ausmaß? Da war klar: Da stimmt etwas nicht!
Mehr dazu findest du in meinem Artikel
„Transparenz beim Hundefutter – Was die Deklaration wirklich verrät“
BARF beim Hund – sinnvoll, aber nicht für jeden Alltag
Also versuchte ich BARF – biologisch artgerechtes rohes Futter.
Die Symptome besserten sich leicht, doch ich fühlte mich mit den fertigen, gewolften Mischungen nicht wohl. Viele davon sind qualitativ gut und mega praktisch – besonders bei großen Hunden. Aber gewolftes Fleisch hat auch Nachteile:
- Es bietet eine größere Angriffsfläche für Bakterien als Fleisch in Stücken.
- Ich kann nicht genau erkennen, was enthalten ist – Muskelfleisch oder doch anderes Gewebe.
- Zusätzlich kann sehr fein zerkleinertes Futter dazu führen, dass es zu schnell verdaut wird. Der Darm kommt dann nicht hinterher – Blähungen oder Durchfall können die Folge sein.
Um wirklich zu verstehen, was in Finja vorgeht – und vor allem, was in ihrem Napf landet –, entschied ich mich, die Ausbildung zur Hundeernährungsberaterin zu machen.
Mit diesem neuen Wissen habe ich mich erneut an Fertigfutter herangewagt.
Bio-Hundefutter und trotzdem Symptome?
Irgendwann habe ich mich entschieden, auf ein hochwertiges Nassfutter, sogar in Bioqualität, umzusteigen. Doch die Probleme blieben und wurden sogar noch schlimmer: häufiges Erbrechen, wiederkehrender Durchfall sowie schleimiger und weicher Kot. Und das mit gerade mal einem Jahr!
Aus meiner heutigen fachlichen Sicht vermute ich eine Unverträglichkeit gegenüber Bindemitteln.
(Mehr dazu kommt bald in meiner Blogartikel-Serie über Allergien und Unverträglichkeiten.)
Die Symptome wurden erst besser, als ich angefangen habe, für Finja selbst zu kochen. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, wirklich Einfluss auf ihre Verdauung zu haben.
Wenn Zeit, Alltag und Realität entscheiden
Doch wie es im Leben nun mal so ist: Es kommt anders, als man denkt.
Mit dem Aufbau von Social Media, Blog und Weiterbildungen fehlte irgendwann die Zeit – und ehrlich gesagt auch die Lust –, für meinen Liebling zu kochen.
Beim BARF und beim Kochen kann es schnell zu Fehlernährung kommen, wenn man nicht konsequent alles umsetzt. Deshalb bekommt Finja zurzeit die wunderbaren Menüs von Edenfood. Ihre Verdauung ist stabil – und ihr (und mir) geht es damit gut.
Mein Fazit zur bedarfsgerechten Hundeernährung
Die „perfekte“ Ernährung gibt es nicht. Aber es ist wichtig, genau hinzuschauen und mögliche Lücken zu erkennen. Ich halte nach wie vor viel von BARF und selbstgekochtem Futter – ich weiß genau, welche Qualität im Napf landet.
Hundefütterung ist oft wie bei uns Menschen: Fragst du fünf Leute, bekommst du zehn Meinungen – von „supertoll“ bis „absolut ungeeignet“.
Deklaration ist wichtig – aber sie sagt nicht alles. Was auf der Dose steht, hilft, schlechte Qualität auszuschließen. Doch erst die Betrachtung des individuellen Hundes – Alter, Aktivität, Gesundheit, Verdauung und Stress – zeigt, ob ein Futter wirklich passt.
Mehr dazu in meinem Artikel „Bedarfsgerechte Hundeernährung: Häufige Fehler beim Futter“.
Ein letzter Gedanke
Am Ende geht es nicht nur um Futter. Es geht um den Hund, seine Bedürfnisse, seine Geschichte. Und darum, dass wir als Besitzer die bestmögliche Entscheidung treffen – ohne Stress, ohne Dogma, aber mit Herz und Verstand.
Trotzdem muss die Ernährung in den Alltag passen. Sie darf nicht stressen oder zu aufwendig sein – sonst hilft das beste Futter nichts.
Wann eine Futterberatung sinnvoll ist
Wenn du dir bei deinem Futter unsicher bist, buche gerne einen Termin bei mir.
Wir schauen gemeinsam, welche Fütterungsart und welches Futter am besten zu dir und deinem Hund passt.
In meiner bedarfsgerechten Futterberatung schauen wir gemeinsam,
was dein Hund wirklich braucht,
welche Fütterungsart zu eurem Alltag passt
und wo es sinnvoll ist, gezielt zu optimieren – ohne Dogmen.
👉 Zur individuellen Futterberatung für Hunde
